Alle Zeit. Lesung mit Teresa Bücker

Münster. Warum empfinden wir, dass die Zeit niemals reicht? Und was hat das mit Gerechtigkeit zu tun? Diesen Fragen geht die Journalistin Teresa Bücker in ihrem vielbeachteten Buch „Alle Zeit – Eine Frage von Macht und Freiheit“ nach. Am 18. April 2024, ab 19:30 Uhr kommt Bücker zu einer Lesung nach Münster in die Aula der katholischen Hochschulgemeinde (KSHG).

Wer einen Ratgeber für persönliches, optimiertes Zeitmanagement erwartet, liegt falsch. Bücker zeigt, dass zu wenig Zeit haben kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem ist. Viele Menschen, vor allem junge Familien mit Kindern oder Menschen mit Pflegeaufgaben befinden sich in einer Art Dauerstress - der Job, Kinderbetreuung, Pflege, Haushalt, Freiwilligenarbeit fordern Zeit, Nerven und Kraft im Übermaß. Der Zugriff auf Zeit ist eine Frage von Macht und Freiheit. Wer wird für seine Arbeit bezahlt und wer nicht? Wer hat Zeit, für seine Interessen einzutreten? Zeitarmut treibt in Vereinzelung und Erschöpfung, zerstört Familien und Freundschaften, sie macht politisches Engagement zu einer Klassenfrage. Das soll so bleiben? Keinesfalls.

„Ein gutes Leben für alle kann nur gelingen, wenn wir verstehen, wie drängend Zeitgerechtigkeit ist“, sagt Bücker. Die feministische Autorin fordert nicht weniger als eine neue gesellschaftliche Debatte darüber, wie Zeit-Aufkommen der Gesellschaft eine neue Richtung geben kann – sprich: einen politischen Begriff von Zeit, eine neue Zeitgerechtigkeit, eine neue Zeitkultur.

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) und die KSHG laden alle Interessierten zu diesem Lese- und Diskussionsabend ein, bei dem es auch um den Zusammenhang von Zeit, Ehrenamt und Demokratie gehen wird.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Text: KAB/pd
 21.03.2024

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Foto: Paula Winkler/pd Ullstein