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Selbstgesteuertes Lernen und europäische Solidarität

Um Digitalisierung in der Erwachsenenbildung ging es Anfang April 2022 bei einer internationalen Konferenz im polnischen Łódź, an der das Bildungswerk der KAB teilnahm.

Łódź. Schwerpunkt der Tagung im Centrum Opus war die Frage nach Formen von selbstgesteuertem Lernen, doch auch der Krieg in der Ukraine beschäftigte die Erwachsenenbildner*innen aus Litauen, Deutschland, Polen, Südtirol, Belgien, Tschechien, Ungarn und Österreich sehr.

Der Krieg in der Ukraine überschattet die Konferenz in Polen.


Bereits auf der Hinfahrt wurden die vier Teilnehmenden des KAB Bildungswerks - Gianna Risthaus, Josef Mersch und Ortrud Harhues sowie Christoph Holbein-Munske vom KönzgenHaus - durch eine Straßenblockade an der deutsch-polnischen Grenze aufgehalten. Die Blockade kritisierte den deutschen Handel mit Russland. In Łódź selbst war der Krieg in vielen Gesprächen präsent und das Entsetzen darüber allgegenwärtig.  Das Centrum Opus bot zeitgleich auch Initiativen einen Raum, die sich um Geflüchtete aus der Ukraine kümmern. Die Konferenz-Teilnehmenden von „Bildung und Digital“ würdigten ihre Treffen als einen wichtigen Beitrag für Europa. „Wir sind Erwachsenenbildner*innen aus acht Ländern und wir arbeiten weiter gemeinsam an einem solidarischen Europa“, fasste Ortrud Harhues vom Bildungswerk der KAB die gemeinsame Motivation zusammen.

Gemeinsam für Europa

Das Herzstück der Konferenz war der intensive Austausch der Projektpartner*innen über ihre Erfahrungen mit konkreten Formaten selbstgesteuerten Lernens. Die Gastgeber*innen rund um Grazyna Busse von der Einrichtung Hipokamp aus Łódź stellten vor, wie sie im Kreis von Senior*innen ein eigenes Bildungsprogramm gestalten und sich selbstbestimmt Themen aus ihren Lebenssituationen heraus widmen. Die Vertreter*innen der Christlichen Arbeiterbewegung in Belgien präsentierten ihren Langzeitkurs für Projektkoordinator*innen in soziokulturellen Projekte. So präsentierten alle Ländervertreter*innen ihre Anstrengungen, Menschen darin zu unterstützen, ihr lebenslanges Lernen selbst in die Hand zu nehmen.

Digitales Lernen in der Erwachsenenbildung

Deutlich wurde, wie wertvoll digitale Elemente für die Erwachsenenbildung sind.  Auch bei der Konferenz selbst waren Teilnehmende digital zugeschaltet. Gianna Risthaus, Referentin im Bildungswerk der KAB regte die Teilnehmenden an, eigene Thesen zum selbstgesteuerten Lernen in online zur Diskussion zu stellen. Schnell entstand eine Debatte etwa darum, ob selbstgesteuertes Lernen manchen Zielgruppen den Zugang erschwert. Wie dem entgegengewirkt werden kann, zeigten die Kolleg*innen aus Österreich. Sie stellten ihre „Digibar“ vor, in der Lernenden Tablets und Lernbegleitung zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise begegnen die burgenländischen Volkshochschulen Ungleichheiten im Zugang zu digitalen Bildungsformaten.

Internationaler Austausch macht stark

Brigitte Abram vom Katholischen Verband der Werkstätigen in Südtirol ist von dem europäischen Projekt begeistert. „Unsere Projekte vor Ort sind bereits jetzt stark beeinflusst von den vergangenen Austauschtreffen“, sagt sie.  Die kommenden Projekttreffen sind in Italien, Litauen und Tschechien geplant.

Weitere Informationen zum europäischen Austauschprojekt "Bildung + digital?!" finden Sie hier...


Text: KAB
Foto: pixabay.com

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